Frische Säfte

Entsafter oder Saftpresse: Was ist besser?

Selbst hergestellter Saft aus frischen (Bio-) Zutaten ist mit das Beste, das Sie trinken können. Es ist gesund und lecker und Sie können täglich neue köstliche Saft-Variationen kreieren. Außerdem wissen Sie immer genau, was drin ist und bekommen ein pures, vollkommen natürliches Getränk ohne künstliche Zusätze. Stellt sich nur noch die Frage, welchen Entsafter Sie dafür verwenden sollten? Wir haben mit Entsaftern (Zentrifugen) und Saftpressen die beiden gängigsten Gerätetypen miteinander verglichen und liefern Ihnen wertvolle Entscheidungshilfen.

Entsafter und Saftpressen Empfehlungen

Sana by Omega EUJ 707

Empfehlung Saftpresse:
Sana by Omega EUJ 707

Horizontale Saftpresse mit einer langsamen und schonenden Verarbeitung für eine optimale Ausbeute an Vitaminen, Mineralien, Enzymen und Spurenelementen. Die stärken zeigen sich insb. bei faserreichen Zutaten wie Weizen- und Gerstengras sowie Wildkräutern. Eine erstklassige Saftpresse für professionelle und gesundheitsbewusste Anwender.

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Philips HR1916/70 Entsafter

Empfehlung Entsafter:
Philips HR1916/70 Entsafter

Der Nachfolger des HR1869/01 mit einem ausgezeichneten Preis-/ Leistungsverhältnis. Neu hinzugekommen sind u.a. Funktionen zur Erleichterung der Reinigung (Vorspül- und Quickclean). Ein auch optisch ansprechendes und modernes Gerät und ein zuverlässiger Helfer in der Küche.

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Einen kompletten Überblick über die Geräte im Vergleich finden Sie in unseren Vergleichstabellen.

Was ist ein Zentrifugenentsafter und wie funktioniert er?

Bei diesem Gerätetyp wirkt – wie der Name schon sagt – die Zentrifugalkraft. Dabei wird das verwendete Obst und Gemüse mit einer Reibscheibe zerkleinert. Gleichzeitig dreht sich der Behälter um sich selbst, wobei Geschwindigkeiten teils bis zu 15.000 Umdrehungen/Minute erreicht werden können. Die entstehende Zentrifugalkraft sorgt dafür, dass der Saft aus den Obst- und Gemüsestücken „geschleudert“ wird. Dieser fließt über einen Ausguss ab, während der Trester in einen weiteren Behälter geleitet wird.

Hohe Drehgeschwindigkeiten sorgen dafür, dass das Obst und Gemüse schnell entsaftet wird und auch größere Mengen zügig verarbeitet werden können. Deshalb werden Zentrifugen-Entsafter besonders häufig in der Gastronomie eingesetzt. Allerdings entsteht durch die hohen Umdrehungen oft eine Hitzeentwicklung. Diese kann dem Saft wertvolle Nährstoffe, wie Vitamine und Enzyme entziehen. Außerdem gelangt Sauerstoff in den Saft, was dessen Qualität ebenfalls schädigt – sowohl bezüglich der Inhaltsstoffe, als auch in Sachen Geschmack und Haltbarkeit.

Die hohe Wattzahl und der häufig große Einfüllschacht ermöglicht es Ihnen, mit einem Zentrifugenentsafter auch hartes Obst und Gemüse wie Rote Beete, Äpfel oder Sellerie ohne viel Vorarbeit oder Überlastung des Gerätes zu entsaften.

In unserem Entsafter-Vergleich haben wir die besten Entsafter miteinander vergleichen und zeigen Ihnen alle kaufrelevanten Kriterien im Überblick.

Was ist eine Saftpresse und wie funktioniert sie?

Bei einer Saftpresse, auch als Slow Juicer oder Kaltentsafter bezeichnet, werden das Obst und Gemüse mechanisch gewonnen, indem das Pressgut durch eine kraftvolle Welle zermalmt wird. Dies geschieht beispielsweise durch ein rotierendes Schneidwerk, das die Zutaten zu Brei verarbeitet und danach durch ein Sieb presst. Andere Saftpressen drücken den Saft mit langsam drehenden Pressschnecken aus dem Obst und Gemüse. Weitere Geräte sind mit gegeneinander rotierenden Presswalzen ausgestattet, die das Pressgut zerquetschen. Auch hierbei entsteht Trester, der trockener ist als bei einer Zentrifuge.

Die Umdrehungszahlen guter Saftpressen liegen meist zwischen 40 und 80 Umdrehungen pro Minute, wobei wir bis maximal 200 Umdrehungen/Minute von einem Kaltentsafter sprechen. Es entstehen kaum Hitze und damit Oxidation, so dass wertvolle Vitamine und Vitalstoffe besser erhalten bleiben. Die Oxidationsgefahr ist bei Presswalzen am geringsten, da diese mit ihrer glatten Oberfläche die niedrigste Angriffsfläche für Sauerstoff bieten. Verfügen die Presswalzen zudem über eingebaute Magnete, soll der Mineralstoffgehalt des Saftes besonders hoch sein.

Ein weiterer Vorteil der Saftpresse ist es, dass diese auch anspruchsvolles Pressgut bewältigen kann wie Kräuter (Petersilie u.ä.), Beeren, Blattgemüse (z.B. Kohl oder Spinat), Gräser, Wildkräuter und Sprossen. Auch weiches und harten Pressgut schaffen gute Kaltentsafter fast spielend. Wichtig dabei ist lediglich, dass Sie abwechselnd weiche und harte Zutaten entsaften.

Die besten Geräte haben wir in einem Saftpressen-Vergleich gegenübergestellt und zeigen Ihnen nochmals alle wichtigen Kriterien und Eigenschaften.

Warum ist Oxidation schädlich?

Wir gehen davon aus, dass Sie den frischen Saft nicht nur wegen seines köstlichen Geschmackes selbst zubereiten. Sicherlich erwarten Sie dabei auch eine positive Auswirkung auf Gesundheit und Wohlergehen. Diese ist natürlich umso höher, je mehr Nährstoffe im Saft enthalten sind. Deshalb möchten wir das Thema „Oxidation“ einmal näher betrachten.

Wie oben erwähnt, gelangt beim Entsaften mit einem Zentrifugalentsafter viel Sauerstoff an das Pressgut. Die Folge: es oxidiert. Das ist wie bei einem Apfel, wenn Sie ihn aufschneiden. An den Schnittflächen wird er schnell braun.

Per Definition ist eine Oxidation eine chemische Reaktion, bei der Elemente Sauerstoff aufnehmen bzw. sich mit Sauerstoff verbinden. Bei diesem Vorgang wird Energie freigesetzt. Diese entsteht, weil der oxidierende Stoff Elektronen abgibt. Dadurch werden die vorhandenen Stoffe verändert oder sogar zerstört – vor allem wertvolle Vitamine und Enzyme.

Wenn Sie nun einen frisch gepressten Saft trinken, möchten Sie damit Energie gewinnen. Wird diese allerdings den Zutaten schon während des Pressvorgangs im Zentrifugenentsafter entzogen, steht für Ihren Körper weniger Energie zur Verfügung. Sicherlich werden dennoch Vitamine und Enzyme im Saft enthalten sein – doch teilweise erheblich weniger als bei der Herstellung mit einem guten, schonend arbeitenden Slow Juicer mit deutlich weniger Umdrehungen.

Stärken und Schwächen eines Entsafters (Zentrifuge) im Überblick

Gastroback Entsafter

Einer der besten Zentrifugalentsafter auf dem Markt: Gastroback 40128 Design Multi Juicer Digital VSDC


Betrachten wir nun noch einmal die wichtigsten Aspekte der beiden Gerätetypen.

Vorteile eines Zentrifugen-Entsafters

  • Aufgrund des überwiegend großen Einfüllschaftes brauchen Sie die Zutaten nicht oder nur wenig zu zerkleinern.
  • Durch die hohen Umdrehungen von bis zu 15.000 Umdrehungen in der Minute ist ein schnelles Entsaften von größeren Mengen möglich.
  • Beide Punkte bedeuten einen geringeren Zeitaufwand beim Entsaften.
  • Zentrifugalentsafter sind häufig günstig(er) in den Anschaffungskosten. Sie erhalten diese teils bereits ab etwas über 40,- Euro. Sie können aber auch über mehrere Hundert Euro für ein Gerät ausgeben.

Nachteile eines Zentrifugalentsafters

  • Durch die Zentrifugalkraft entsteht viel Wärme und eine höhere Oxidation. Dadurch verliert der Saft teilweise erheblich an Qualität. Er hat einen niedrigeren Nährstoffgehalt und ist nicht so aromatisch im Geschmack.
  • Die oxidierten Zutaten sorgen dafür, dass die Säfte schneller verderben und Sie diese nicht lange aufbewahren können.
  • Zentrifugalentsafter bekommen Probleme mit langfaserigen Zutaten wie Wildkräutern, Gräsern wie Weizengras oder Gerstengras, Kohl oder Stangensellerie.
  • Die Reinigung der Geräte ist komplizierter und die Messer verlieren schneller an Schärfe.
  • Ein Zentrifugalentsafter entwickelt im Betrieb eine vergleichsweise recht hohe Lautstärke.
  • Die Saftausbeute ist geringer.

Stärken und Schwächen einer Saftpresse im Überblick

Solostar 4 Saftpresse

Beeindruckende horizontale Saftpresse: Solostar 4

Vorteile einer Saftpresse

  • Das Pressgut wird schonend entsaftet. Deshalb enthält der Saft noch viele Vitamine und Enzyme der gesunden Zutaten.
  • Auch langfaserige Zutaten wie Weizengras können Sie mit einer Saftpresse entsaften und erhalten so gesunde grüne Säfte mit wertvollem Chlorophyll (z.B. aus Wildkräutern).
  • Der hergestellte Saft hat eine feinere Konsistenz und ist homogener. Zudem bildet sich bei der Herstellung kaum Schaum.
  • Ein Slow Juicer liefert in der Regel eine größere Saftausbeute als ein Zentrifugalentsafter.
  • Zudem arbeiten diese Gerätetypen mit niedrigerer Lautstärke.
  • Mit einer Saftpresse können Sie mehr variieren – beispielsweise können Sie damit Eiscreme oder Pasta herstellen.

Nachteile einer Saftpresse

  • Saftpressen haben teils kleinere Einfüllschächte, wobei es inzwischen auch einige Saftpressen mit einer XXL-Öffnung gibt. Zum Beispiel den Kuvings B6000 oder den Optimum 700
  • Deshalb müssen Sie bei einigen Modellen eine längere Vorbereitungszeit einplanen, weil Sie die Zutaten kleiner schneiden müssen.
  • Zudem kann es beim Entsaften eher zu einer Verstopfung kommen, wenn Sie zu viel Pressgut auf einmal einfüllen.
  • All das führt dazu, dass das Entsaften mit einem Slow Juicer länger dauert.
  • Bei einer Saftpresse liegen die Anschaffungskosten meist höher. Sie beginnen bei sehr guten Geräten bei etwa 350,- Euro und reichen bis 550,- Euro und in Einzelfällen wie den Angel Juicern auch mehr.

Fazit

Erfahrene Anwender, denen ein schonendes Entsaften besonders wichtig ist, bevorzugen die Saftpresse. Wird häufig Grünzeug entsaftet, ist eine horizontale Saftpresse besser geeignet. Andernfalls reicht in den meisten Fällen auch eine vertikale Saftpresse. Auch für uns hat der Slow Juicer gegenüber dem Zentrifugalentsafter eindeutig die Nase vorn und wir empfehlen Ihnen diesen Gerätetyp. Dies gilt vor allem dann, wenn Sie Wert auf den optimalen Nährstoffgehalt und das volle Aroma des Saftes legen. Die etwas längere Zeit bei der Zubereitung ist unserer Meinung nach vernachlässigbar und mit etwas Erfahrung kommt es auch kaum noch zu Verstopfungen beim Entsaften.

Wenn Sie regelmäßig frisch gepresste Säfte herstellen wollen, lohnt sich die Investition in eine Saftpresse: Der Saft schmeckt aromatischer, hält länger, sieht ansprechender aus, fühlt sich im Mund besser an und liefert in den Zutaten enthaltene wertvolle Nährstoffe in großer Zahl.

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